

„Ich denke aber nicht, dass die Klinge - ein Dolch war das sicher nicht
- römisch ist, sondern wohl vielmehr von Gegnern der Römer stammt.
Wahrscheinlich kam es dort an diesem Ort zu einem Scharmützel oder Gefecht.
Damals wurde sehr hitzig um manchen Strauß gefochten und ich kann mir nicht
vorstellen, dass die Römer diese Dinge dort einfach so "verloren"
haben. Da müsste schon einmal eine ganze Legion gleichzeitig betrunken gewesen
sein.
So ein Schwert war unter Umständen auch damals schon etwas Besonderes und
relativ wertvoll,- oft wurden diese Schwerter später als Grabbeigaben gegeben,
um an das glorreiche Leben des Kriegers zu erinnern. Manchmal wurden sie auch
vererbt. Wurde sie einfach so zurückgelassen, dann deutet es auf einen Kampf
hin, einen Kampf in dem auch der Gegner des Besiegten kein Interesse mehr daran
hatte, sich die Waffe anzueignen. So gesehen dürfte es dort massiver zur Sache
gegangen sein und es wurden wohl nicht nur Komplimente ausgetauscht. Die ersten
zaghaften Versuche der Völkerverständigung wurden leider nur allzu oft mit
Klinge an Klinge als einziger Gemeinsamkeit ausgefochten. Es könnte natürlich
auch sein, dass dieses Schwert einer römischen Sublegion, welche aus besiegten
Völkern rekrutiert wurde, entstammt, aber auch dann dürfte der Besitzer des
Schwertes eine eher bedeutende Persönlichkeit gewesen sein. Auf alle Fälle
machst du reihenweise Topfunde, welche mich etwas skeptisch stimmen: auch das
Schloß, welches wohl römisch und so auch in der Sammlung eines Berliner Museums
vorhanden ist, macht mich etwas skeptisch.
Ich bin jetzt ein paar Wochen hier dabei und habe außer Schrott mit meinem
Goldmax, der a) zu teuer war und b) ein rechter Müllmax ist, noch gar nichts
gefunden. Ich will nicht neidisch klingen und bewundere deinen historischen
Spürsinn, sofern er nicht an Orte grenzt, wo wir Sondler eigentlich
sprichwörtlich "nichts zu suchen haben". Auch kann ich mir kaum
vorstellen, dass ein römisches Militärlager dieser Größenordnung nicht bereits
irgendwo als Denkmal registriert ist. Wahrscheinlich haben die Archis dort nur
noch nicht gegraben. Zudem habe ich so meine Zweifel an deinen Angaben, ich
denke vielmehr, dass ihr ganz gezielt an bestimmten historischen Orten oder in
deren Umkreis sucht. Und ihr seid fündig geworden. Womöglich sind im
Einzugsbereich eines Kastells einmal Römer und ein germanischer Volksstamm
aneinander geraten.
Das war allerdings damals schon ein Ort, der den Beteiligten kein Glück
gebracht zu haben schien, solche Orte haben immer eine besondere Aura.
Nichts für ungut, und wenn ich mich irre entschuldig ich mich sehr gerne, aber
ich denke eure geballten römischen Funde kommen mir mehr als spanisch vor. So
etwas findet man auf keinem normalen Acker. „